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Vest im Sattel
Foto: Marco Stepniak

Vest im Sattel

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Karoline Jankowski

Bei der SG Suderwich fährt ein Brüderpaar (11 und 14) der Konkurrenz davon: dreieinhalb Jahre Abstand, aber ein gemeinsamer Rhythmus.

Radball ist die Sorte Sport, bei der Außenstehende erst grinsen und dann leise werden. Als Laie denkt man kurz an Fußball – Irrtum: zwei gegen zwei, alle sitzen auf Rädern, geführt und geschossen wird mit dem Vorderrad. Im Tor – klar – wird gesprungen. Hand- oder Fußkontakt sowie Absteigen: verboten. Präzision, Tempo, Nerven. „Das Wichtigste ist erst mal, drauf zu bleiben“, sagt Moritz Göttken – Gleichgewicht, Rückwärtsfahren, Fallen lernen, bis der Körper aufhört zu diskutieren. Mittendrin: zwei Brüder aus Suderwich, bei der SG Suderwich zu Hause. Erik ist 14, Moritz 11, dreieinhalb Jahre Abstand, gegen jede Jahrgangslogik trotzdem ein Team. Und nicht irgendeins. Vier Jahre, viermal Deutsche Meisterschaft – in einem Verein, der seit über hundert Jahren existiert, hatte das so noch niemand hingelegt.

Einmal Deutscher Meister, einmal Vizemeister, dazu Turniere im Ausland: Belgien, U19, Gegner, die nach dem Spiel ins eigene Auto steigen. Moritz steckt da schon mal einen harten Kontakt weg, zuckt mit den Schultern und sagt dann: „Eigentlich ist’s nicht so schlimm, macht viel mehr Spaß dann.“ Erik ist der große Bruder mit Motivationsrecht: „Komm, wir machen noch ’ne Übung.“ Moritz ist der kleine Bruder mit großem Blick: kleiner, leichter, weniger Wucht, dafür Auge und Timing – als würde er das Spiel eine halbe Sekunde früher lesen als alle anderen. Erik gibt’s zu: „Ich werde immer stolzer“, wenn er sieht, wie Moritz besser wird.

Info
SG Suderwich

sgsuderwich.de

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