Das Max-Born-Berufskolleg spielt ganz vorne mit.
Ein Fach wie kein anderes: Das Max-Born-Berufskolleg bringt mit dem neuen Profilfach Game- und Interactiondesign Kreativität, Technik und Teamgeist zusammen. Das könnte Maßstäbe setzen. In dem neuen Profilfach entwickeln Schülerinnen und Schüler eigene Spielewelten – ein Projekt mit Vorbildcharakter für ganz NRW. Innerhalb des Bildungsgangs „Gestaltungstechnische*r Assistent*in – Medien und Kommunikation“ wird in der digitalen Gestaltung erstmals ein Schwerpunkt auf 3D-Modeling und Game-Entwicklung gelegt.
Kreativität trifft Technik
„Wir wollten etwas schaffen, das unsere Schülerinnen und Schüler wirklich begeistert, was sie fit macht für die Berufe der Zukunft“, erzählen die Lehrerinnen Iris Lehnert und Maike Strecker. Gemeinsam haben sie das Fach konzipiert, das kreative Gestaltung mit technischer Umsetzung verbindet. In drei Jahren entwickeln die Jugendlichen eigene Spiele, lernen Projektmanagement, Storytelling, 2D- und 3D-Design sowie den Umgang mit Game Engines. Das verändert auch den Blick auf Games: „Ich weiß jetzt viel mehr zu schätzen, wie viel Arbeit in so einem Spiel steckt“, meint Hannah.
Von der Gestaltung über das Storytelling bis zur passenden Musik – alles gehört dazu, bis das fertige Spiel entsteht. Auch Kooperationen mit der Wirtschaft sind Teil des Unterrichts. Gemeinsam mit Evonik und der Bildungsinitiative Pacemaker entwickelten die Schüler ein „Serious Game“, das Einblicke in die Anlagenmechanik vermittelt. „So lernen sie, mit echten Auftraggebern zu arbeiten und Projekte praxisnah umzusetzen“, sagt Lehnert.Das Profilfach hat auch persönlich Spuren hinterlassen. „Am Anfang habe ich mich gegen manche Sachen gewehrt“, erzählt Lena. „3D-Modellierung? Niemals!
Aber inzwischen liebe ich es und bin jetzt generell offener gegenüber Neuem.“ Nach dem Abschluss gehen die Wege der vier Absolventinnen in verschiedene Richtungen: Lena möchte in Darmstadt Animation and Game studieren, Elena zieht es an die FH Dortmund zum Studiengang „Serious Games and Digital Knowledge“, während Hannah und Marie ins Lehramt wollen. Das Fach ist noch ein Schulentwicklungsvorhaben – aber eins, das funktioniert. Die Begeisterung der Schüler zeigt: Game Design ist mehr als Zocken. Es ist kreatives Lernen, Teamarbeit und Technik zugleich – und vielleicht bald Teil des Unterrichts an vielen weiteren Schulen in NRW.