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Kommt vorbei auf nen Çay
Foto: Marco Stepniak

Kommt vorbei auf nen Çay

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Karoline Jankowski

Freitage in Recklinghausen: bei manchen der Blinker Richtung Feierabendprogramm, bei Yasin Günes der Richtung Eyüp-Sultan-Moschee.

Seit 2010 ist er in der Gemeinde unterwegs, heute Jugendvorsitzender, Vernetzer und Orga-Talent. Er baut aus Konjunktiven ziemlich zuverlässig Tatsachen. Seinen Glauben definiert er knapp und entspannt: „Islam ist Frieden finden durch Hingabe an Gott.“ Die Moschee ein Ort an dem man betet und beisammen ist. Als Kind rannte er durch die alten
Gebäude, später Freitagsrunden mit Spielen, Kultur-Kurse am Wochenende, Kanu, Camps, Turniere, Filmabende.

Erst mitmachen, jetzt mittragen. Eine Szene passt gar nicht in diese Harmonie: Man fragte ihn, ob das hier eine „Bombenleger-Moschee“ sei. Rassismus ist kein subtiler Witz, nie. Yasin hat lange daran geknabbert. Seine Antwort heute dafür ist ziemlich cool: „Fragt doch lieber, ob man uns auf einen Tee besuchen kann. Jederzeit gerne. Spätestens am 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit und der offenen Moschee.“ Wer dann das Festtagsgebet von Anfang bis Ende erlebt, versteht: Glaube ist Community und Frieden, der bleibt.

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