Wie fühlt sich Recklinghausen an, wenn man 15 ist? Eine 9. Klasse des Hittorf-Gymnasiums hat genau das im Rahmen des Projekts „1km² Stadterkundung“ herausgefunden.
Sie sind ihre Heimatstadt zu Fuß abgegangen, haben hingeschaut, zugehört und viele Eindrücke gesammelt. Das Rathaus fällt sofort ins Auge – kein nüchternes Verwaltungsgebäude, sondern ein Bau mit Charakter. „Das sieht nicht wie ein Standard-Bürohaus aus, sondern wirkt besonders“, sagt Moritz stolz. Kein Wunder also, dass es den Preis für das schönste Rathaus Nordrhein-Westfalens gewonnen hat.
Kulinarisch und urban zeigt Recklinghausen eine gelungene Verbindung zwischen Altstadt-Flair und modernen Treffpunkten. Palais Vest oder Gastronomien wie die Frittierbar in der Altstadt – hier trifft man sich, shoppt und isst zusammen. „Es gibt viele Orte in der Innenstadt, um mit Freunden Zeit zu verbringen“, erzählt Can. Die bunte Nutzungsmischung hat den Realitäts-Check locker bestanden. Doch nicht nur das Stadtbild überrascht. Die Jugendlichen erleben Recklinghausen als ruhige, fast schon entschleunigte Stadt.
Man schätzt hier die grünen Flecken und kleinen Oasen: Parks und Wälder, zum Beispiel am Hohenhorster Stadion oder in Suderwich, stehen hoch im Kurs. „Die Stadt wird oft unterschätzt“, meint Tristan, der manches davon erst bei der Stadterkundung neu entdeckt hat. Und Tobias erinnert sich: „Ich wusste gar nicht, dass man in der Stadtbibliothek nicht nur Bücher ausleihen kann. Man kann dort spielen, lernen, Elektronik und Medien ausprobieren – das ist richtig cool.“ Eine ganz neue Perspektive auf eine oft unterschätzte Institution. Optimierungspotenzial gibt es trotzdem: Öffentliche Fuß oder Basketballplätze sind rar, wirken nicht ganz am Puls der Zeit. Moderne Anlagen – etwa ein Parcours-Park – fehlen im zentralen Stadtgebiet komplett. Kleine Lücken, die den Jugendlichen aufgefallen sind – genau das Ziel der Stadterkundung. Hochgelobt hingegen werden der Skatepark und die neu installierten Sportboxen.
Kemnastraße 38
45657 Recklinghausen