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Aufgetischt!
Foto: André Chrost

Aufgetischt!

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Am Herwig-Blankertz-Berufskolleg wird Kochen zur Praxisstunde: mit Schulmensa, Profiküche und Ausbildung unter echten Bedingungen.

Wenn es am Herwig-Blankertz-Berufskolleg in Recklinghausen nach frischen Brötchen duftet oder mittags Lasagne auf dem Plan steht, steckt dahinter mehr als nur Schulverpflegung. Die Bildungsgänge für Ernährungs- und Versorgungsmanagement übersetzen Theorie direkt in die Praxis – und das ziemlich lecker. In der Berufsfachschule lernen Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Jens Lewandowicz nicht nur berufliche Grundlagen, sondern können auch Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Fachoberschulreife erreichen.

Gleichzeitig versorgen sie die Schulgemeinschaft mit Backwaren und Mittagessen. „Zwei Fliegen mit einer Klappe“, nennt Lewandowicz das Prinzip: Die Schule wird versorgt, während unter echten Bedingungen ausgebildet wird. Hygienevorschriften, Teamarbeit, Planung und Kostenbewusstsein gehören dabei genauso dazu wie Abwechslung auf dem Teller. Montags wird meist vegetarisch gekocht – auch wenn die Lasagne vermutlich jeden Tag ausverkauft wäre.

Noch handwerklicher wird es in der dualen Ausbildung für Köchinnen, Köche und Fachkräfte Küche. Michael de Bruyn, der 1996 selbst an der Schule ausgebildet wurde und heute als Lehrer zurückgekehrt ist, setzt auf echtes Können statt Fertigprodukte. Convenience? Fehlanzeige. Hier werden Grundsaucen selbst angesetzt, ganze Fleischstücke verarbeitet, und auch Edelfische, Krustentiere oder Weinkunde stehen auf dem Plan.

Der Ton in der Küche ist direkt, die Maschinen sind laut, der Anspruch hoch. Besonders wichtig ist das Berufskolleg auch für die Region: Es ist der einzige IHK-Stützpunkt im Kreis Recklinghausen, an dem Kochprüfungen abgenommen werden. Mit Kühlhaus und Profiküchen ist die Schule bestens ausgestattet. Beim Herwig-Blankertz-Pokal zeigen die Auszubildenden schließlich jedes Jahr, was sie draufhaben – vor Gästen, Sponsoren und manchmal sogar dem Bürgermeister.

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